Pressemitteilung des BdP: Luftschadstoffe und Gesundheit

In den letzten Monaten hat die Diskussion um Luftschadstoffe durch die gerichtlich verfügten Fahrverbote in Innenstädten Auftrieb bekommen. Die Verengung der Debatte auf Stickoxide und Dieselfahrzeige, die hilflosen administrativen Eingriffe und wissenschaftstheoretisch fokussierte Beiträge einzelner Ärzte ha-ben zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung und zur Relativierung der Luft-schadstoffbelastung geführt.

Stickoxide sind Marker für schlechte Luft. Sie sind Indikatoren für Belastungen der Atemluft durch den motorisierten Individualverkehr, sie stehen stellvertre-tend auch für die übrigen, oft wesentlich gefährlicheren Schadstoffe, wie z.B. den Feinstaub, aber auch für Belastungen durch Lärm und auch als Vorläufersub-stanz für Ozon. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen des Verkehrs auf Flächenverbrauch, Bewegungsarmut und CO2 Ausstoß. Die Kritik an einem einzelnen Grenzwert verfehlt das Thema, insbesondere der Vergleich mit Alltagsbelastungen, wie z.B. Adventskerzen macht eine ernsthafte Diskussion über gesundheitli-che Auswirkungen von Luftverschmutzung schwierig.
Grenzwerte sind politische Kompromisse, sie sollen Risikogruppen, wie Kranke, Kinder und Schwangere schützen, sie müssen einen ausreichenden Abstand zu den Wirkschwellen haben und sollen gesundheitliche Gefahren auch bei lebens-langer Belastung vermeiden. Damit gehen Grenzwerte weit über die die banale Betrachtung von Dosis-Wirkungsbeziehung hinaus.


„Eine Bagatellisierung der Auswirkungen von Luftschadstoffen gefährdet die Be-mühungen, Risiken und Gefahren von Luftverschmutzung zu minimieren!“, so Dr. Frank Heimann, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP). „In Deutschland liegt die Krankheitslast durch Luftverschmutzung an zehnter Stelle der Risikofaktoren und ist damit auch hier-zulande der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor“, so die deutsche Gesell-schaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in der kürzlich erschienenen Monographie „Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit“.


„Für uns Pneumologen, die wir täglich Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, Bronchitis und Lungenkrebs behandeln, ist es selbstverständlich, dass die Luftbelastung so weit als möglich herabgesetzt wird“, stellt Dr. Frank Powitz, Vorstandsmitglied im BDP fest. „Die Frage inwieweit eine Reduktion technisch möglich, sinnvoll oder machbar ist, ist keine Frage der medizinischen Wissen-schaft, sondern der Politik, die verschiedene Interessen gegeneinander abwägen muss“, so Powitz.


Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier als Download.

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